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AGT Lehrgang erfolgreich beendet - 8 neue -A- in den Einheiten

Mechernich/Schleiden - Bestimmt lag am ersten Abend sowohl für die werdenden Atemschutzgeräteträger als auch auf Seiten der Ausbilder ein leichtes Kribbeln und auch Spannung beim Betreten des Unterrichtsraumes im Feuerwehrgerätehaus in Mechernich vor. Ein „neuer“ Lehrgang – aus unserer Sicht der sowohl körperlich als auch physisch forderndste in der Feuerwehrlaufbahn – stand zum zweiten Mal im Jahr 2025 auf der Agenda. Es standen 44 Unterrichtsstunden verteilt auf 9 Termine an. Zunächst einmal war die obligatorische Begrüßung von acht Teilnehmenden, davon 7 Männer und 1 Frau, durch den Leiter der Feuerwehr und den Ausbildern für den Bereich Atemschutz angesagt. 

 

Gestartet wurde mit einer gegenseitigen Vorstellungsrunde zwischen „Azubis“ und Ausbildern. Hier wurden schon bereits vorhandene Kenntnisse und Erfahrungen der Lehrgangsteilnehmenden abgefragt; Erwartungen ausgetauscht. Das gemeinsame Ziel der Ausbildung, die Befähigung zum sicheren Einsatz unter Atemschutz, wurde dabei ausgearbeitet. Natürlich durfte auch das Organisatorische nicht fehlen. Hier erfolgte beispielsweise die Besprechung des Stundenplans, die Wahl eines Lehrgangssprechenden sowie die Kontrolle der ärztlichen "Ergebnisse" der G 26.3 Untersuchungen. Anschließend widmete man sich schon dem ersten Unterrichtsthema, der Atmung des Menschen, um das Bewusstsein für die Bedeutung des Atemschutzes herauszustellen. Dazu wurde u. a. die Zusammensetzung der Ein- bzw. Ausatemluft besprochen und der „Transportweg“ des Sauerstoffes zu den Zellen erarbeitet. Auch das Thema der Atemgifte kam an diesem Abend nicht zu kurz. Der Bezug zu den bereits bekannten Gefahren an der Einsatzstelle wurde hergestellt. Man besprach verschiedene chemische Stoffe, wie beispielsweise Methan und Blausäure, deren Vorkommen sowie die Gefahren, welche von ihnen ausgehen. So konnten diese dann nach ihrer Wirkung einer der drei Atemgiftgruppen zugeordnet werden.

 

Am zweiten Abend stand zuerst einmal die Feuerwehrdienstvorschrift 7 – Atemschutz im Mittelpunkt. Hier sind die rechtlichen Grundlagen niedergeschrieben, wie u. a. die Verantwortlichkeit und Aufgabenverteilung oder die Aus- und Fortbildung. Der besondere Fokus lag hier zum einen auf den Anforderungen an Atemschutzgeräteträger und zum anderen auf den Einsatzgrundsätzen. Diese spielten auch später eine wichtige Rolle in der praktischen Ausbildung des Lehrganges. Natürlich wurde auch ein Blick in Richtung Unfallverhütung geworfen. Zur Überraschung der Teilnehmenden folgte auch schon der erste Praxisteil des Lehrganges an diesem Abend. Nach dem Verteilen der Übungskleidung lernten die zukünftigen Atemschützer den Aufbau sowie die Bauteile der Atemschutzmaske kennen. Auch das richtige An- bzw. Ablegen inklusive Dichtigkeitsprobe wurde geübt. Es folgten erste, kleinere Belastungs- und Trageübungen mit Maske und auch schon mit Filtergerät.

 

Am dritten Lehrgangsabend startete man mit der Wiederholung des Umganges mit der Atemschutzmaske bevor der Aufbau und die Bauteile des Pressluftatmers ausführlich besprochen wurden. Es folgte einer der wichtigsten Punkte für die angehenden Atemschutzgerätetragenden, eine sehr detailliertere Einweisung in die so genannte Einsatzkurzprüfung und den richtigen Umgang mit den Atemschutzgeräten. Spannend waren dann die ersten Trage- und Belastungsübungen unter umluftunabhängigem Atemschutz. Die Zeit verging wie im Fluge. Nachdem unzählige Muskeln beansprucht wurden und Schweiß in Strömen floss, endete auch dieser Abend schon.

 

Es folgte der erste lange Lehrgangs-Samstag. Zu Beginn teilte man den Lehrgang in zwei kleine Gruppen auf. Während die eine Gruppe von den Ausbildern im Umgang mit dem Hohlstrahlrohr trainiert wurde, übten die weiteren Teilnehmenden die Vornahme von Schläuchen in Treppenräumen und in Wohnungen. Anschließend tauschten die beiden Gruppen die jeweilige Aufgabe. In den kleinen Gruppen erfolgte auch die Vermittlung der weiteren beiden Themen des Vormittages. Hier wurde zum einen die Öffnung von Türen bei Brandeinsätzen und die Vornahme eines Rauchschutzverbandes besprochen und geübt. Zum anderen übte man den sicheren Umgang mit der Wärmebildkamera. Nach einer stärkenden Mittagspause mit Verpflegung durch die Stadt Mechernich startete man schon mit den ersten Einsatzübungen. Um hier so einsatznah wie im wahren Feuerwehrleben zu üben, teilte man den Lehrgang in Trupps ein. So übte stets ein Trupp als sogenannter Angriffstrupp, ein Trupp übernahm die Atemschutzüberwachung, zudem stand auch immer ein Sicherheitstrupp in Bereitschaft. Damit die Einsatzübungen so realistisch wie möglich simuliert werden konnten, wurde das Übungsgebäude verdunkelt und vernebelt, es wurden Hindernisse eingebaut, Lärm eingespielt und auch Rettungspuppen versteckt. Zusätzlich wurde „nass“ geübt, also mit Wasser am Strahlrohr. So konnten Stressresistenz, Orientierung und Teamarbeit trainiert werden. Bei den Übungen wurden die Trupps immer von einem Ausbilder begleitend beobachtet, so dass man jede Übung auch detailliert nachbesprach. Dadurch verstärkte sich der Lerneffekt für alle Lehrgangsteilnehmenden.

 

Am vierten Lehrgangsabend stand das wichtige Notfalltraining auf den Stundenplan. Hier lernten die künftigen Gerätetragenden wie sie sich unter anderem in Notsituationen verhalten können und sollten, welche Aufgaben der Sicherheitstrupp hat und wie ein Notfall-Funkspruch abgesetzt wird. Natürlich standen die Selbstrettung und die Rettung von verunfallten Einsatzkräften dabei im Mittelpunkt. Auch die wichtige Rolle der Atenschutzüberwachung wurde in diesem Zusammenhang noch einmal ausgearbeitet.

 

Und dann war es schon wieder Samstag, langer Samstag. Hier wurde noch einmal alles bisher in der Praxis Erlebte und Erlernte durchgesprochen mit besonderem Fokus auf Einsatzkurzprüfung, Maskendichtprobe und richtigem Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung. Wieder wurde der Lehrgang in Trupps aufgeteilt, danach startete man vormittags schon wieder mit den nächsten Einsatzübungen, wie den Samstag davor. Hier baute man zusätzlich Notsituationen ein, um auch das Erlernte aus dem Notfalltraining des vergangenen Mittwochs zu vertiefen. Natürlich gab es auch eine Unterbrechung durch eine Mittagspause mit Verpflegung. Am Nachmittag kam noch ein Highlight. Anhand eines Modellhauses aus Holz wurden Brandverläufe, wie beispielsweise ein Flash Over, demonstriert.

 

Am fünften Lehrgangsabend traf man sich schon zwei Stunden früher, denn es ging nach Schleiden. Dort betreibt der Kreis Euskirchen im Brandschutzzentrum eine eigene Atemschutzübungsstrecke. Einmal im Jahr muss jeder Atemschutzgeräteträger eine Belastungübung in einer solchen Einrichtung absolvieren. Nach kurzer Einweisung in den Ablauf und Einteilung in Trupps erfolgte das Ausrüsten und Überprüfen mit der Schutzausrüstung und der Pressluftatmer. Neben dem "Streckenbesuch" mit einigen Hindernissen, mussten auch ein Laufband, ein Treppenstepper und eine Endlosleiter "besiegt" werden. Während der Übungsdauer von ca. 20-25 Minuten wird man durch ein Kamerasystem überwacht. Die Teilnehmenden konnten diesen Test der körperlichen und psychischen Belastung unter Stress erfolgreich bestehen.

 

Theoretische Prüfung am vorletzten Abend des Lehrganges. Nervöse Gesichter, angespannte Stimmung der Prüflinge. In 35 Fragen – mal im Format Multiple Choice mal als Freitextfragen gestellt – wurde die Lehrgangsinhalte abgefragt. Die Ergebnisse vielen hier unterschiedlich aus. Resultat: Alle haben diesen Teil erfolgreich abgelegt.

 

Letzter Abend: Praktische Prüfung! Natürlich wurde der Lehrgang auch hier in Trupps auf- bzw. eingeteilt. Die zusammengestellten Trupps wurden einzeln durch die Ausbilder geprüft. Mal wurden noch einmal theoretische Inhalte abgefragt, mal wurde eine Türöffnung durchgeführt. Sogar eine simulierte Notfalllage konnte erfolgreich abgearbeitet werden. Im Mittelpunkt stand immer das richtige Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung und der Atemschutzgeräte sowie das Durchführen der Einsatzkurzprüfung. Alle Lehrgangsteilnehmenden haben auch diesen Teil bestanden. So konnten Zeugnisse und Atemschutzpässe an glückliche Feuerwehrleute nach gebührender Gratulation durch die Ausbilder ausgehändigt werden. Zudem folgte noch eine Lehrgangsaussprache und der Höhepunkt des Abends: Das Aufkleben des "A" auf dem jeweiligen Einsatzhelm!

 

Text und Bilder: Heiko Flimm (LG Mechernich, Ausbildungsleiter Atemschutz)

Fotoserien

AGT Lehrgang 2025 (DO, 01. Januar 2026)

Bilderserie: Lehrgang Atemschutzgeräteträger 2025

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mi, 31. Dezember 2025

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